Morgenblues

10. Mai 2019
Pixabay

Die Morgen, wo man aufwacht, und sofort ist es da, dieses komische unbestimmte Gefühl im Bauch. Es fühlt sich an wie ein schwerer dicker Felsbrocken, der einen tief in die Matratze drückt. Zack, sind sie da, die Gedanken: Ich will nicht aufstehen, alles zu viel, was soll das alles überhaupt, ich fühle mich klein und ängstlich… Jetzt aber schnell raus aus dem Bett, bloß nicht weiter so denken und fühlen … Flucht!!! Ich stehe im Bad, doch das dumpfe Gefühl im Bauch bleibt …

Mir hilft an solchen Tagen, mich hinzusetzen, bewusst zu atmen und diesem Gefühl Raum zu geben, es da sein zu lassen. Ich frage dann auch, ob es mir irgendetwas sagen möchte. In diesem Fall wurde mir klar, dass ich wieder mal zu viel im Außen war, überwiegend nach anderen geschaut habe, nach deren Befindlichkeiten, und mir selbst oft nicht gerecht wurde. Wieder nicht in die Natur gegangen bin, obwohl ich doch jeden Tag zumindest eine kurze Runde nebenan in den Park gehen wollte, und meine täglichen Meditationen fielen auch des Öfteren hinten runter. Stattdessen wurde ich ungerecht zu anderen und gereizt, was besonders mein Partner und meine engen Freunde zu spüren bekamen.