Ich koche wie ein Vulkan …

13. April 2019
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Da ist sie wieder: Heiß sprudelt sie hoch wie kochende Lava … die Wut, und ich explodiere wie ein überhitzter Vulkan, schimpfe, auch lauthals und am liebsten mit mir und über mich, und Schimpfwörter kommen auch dabei vor …

Der Anlass? Eine absolute Nichtigkeit, eine nicht ausgeschaltete Lampe, ein Anstoßen meines Ellenbogens am Türrahmen, Dinge, die nicht sofort griffbereit sind, usw.

Wenn ich mich dann nach geraumer Zeit beruhigt habe, bin ich entsetzt über mich selbst und beschämt, dass ich so mit mir umgegangen bin. Ich müsste es doch besser wissen. Was würden meine KlientInnen und FreundInnen über mich denken, wenn sie das wüssten? Bestimmt würde das keiner verstehen! Ich schließe diese heiße Scham am besten sorgfältig weg … bis zum nächsten Mal… und darauf das Mal …

Bei einem Treffen mit meiner wundervollen älteren Freundin fasse ich mir ein Herz und erzähle ihr vorsichtig, in leisen Andeutungen, von meiner unzähmbaren Wut. Meine Freundin lacht und sagt die heilsamen Worte: Das kenne ich auch von mir! Es fing in den Wechseljahren an und sie hat es heute manchmal noch. Mir fiel ein Stein vom Herzen. Ich bin froh, es erzählt zu haben. Ich habe dann noch andere Freundinnen gefragt, immer mit der gleichen oder ähnlichen Antworten, und alle waren erleichtert, dass ich gefragt habe und sie nicht alleine damit sind. Wenn es mir jetzt passiert, weiß ich, dass es vielen so geht, und ich kann besser damit umgehen und meine Wut kocht ein kleineres Süppchen.

Natürlich ist Wut auch eine lebendige kraftvolle Energie  und positiv nutzbar. In einem gesonderten Blog-Artikel gehe ich noch näher darauf  ein.